Was man so unter Hege und Pflege versteht...
Von: "Komitee gegen den Vogelmord e.V." komitee@komitee.de
Auszug aus Vogelschutz-Newsletter 8/2012
Liebe Natur- und Tierfreunde,
gute Nachricht aus dem Münsterland: Ein Jäger aus Heek (Kreis Borken) ist letzte Woche vom Amtsgericht Münster wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 1.250 Euro verurteilt worden. Zusätzlich wurde der Jagdschein des Mannes für die Dauer von 5 Jahren eingezogen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im August 2011 im Bereich einer illegal errichteten Fasanerie bei Heek mehrere Habichte mit illegalen Fallen gefangen hat. Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord hatten die illegalen Fallen seinerzeit entdeckt und die Polizei alarmiert.
Mehr Informationen zu dem Fall vom August 2011 und eine Fotodokumentation finden Sie hier:
http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/deutschland/greifvogelverfolgung/aktuell/habichtfang-heek
Beste Grüße und schönes Wochenende
Alexander Heyd (Geschäftsführer)
Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Auszug
aus dem Pro Iure Animalis Newsletter vom 18. Januar 2012
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(..)
Vor zwei Jahren hatten
wir die Grundthesen zur Jagd verfasst. Dieser
Ausarbeitung hatten sich weit über 30 Tierschutzorganisationen
angeschlossen. Nachdem Sie nun vorstehende Artikel gelesen haben, werden
Sie gewiss zustimmen, dass die Grundthesen aktueller denn je sind und
einer weiten Verbreitung in der Bevölkerung bedürfen. Deshalb an dieser
Stelle nochmal das Papier in vollem Umfang, das Sie gerne weiterverteilen
können:
Ökonomisch-ökologischer
Rahmen
- Agrarwirtschaft,
Forstwirtschaft und Jagd auf der einen Seite sowie die
Zersiedelung unberührter Naturlandschaft auf der anderen Seite sind
primär verantwortlich für die drastische Reduzierung der
Artenvielfalt.
- Intensive
Agrarwirtschaft raubt der Tierwelt den Lebensraum; überlebende
Tiere werden durch ausufernde Bejagung sukzessive an den Rand des
Aussterbens getrieben.
- Die
Forstwirtschaft ist an einer Gewinnmaximierung der Holzerträge
orientiert. Das Schlagwort "Wald vor Wild"
definiert die Situation, Waldtiere sind der Störfaktor dieser
Industrie. Waldschäden durch Verbiss sind nachweislich Vorwand,
Wildtiere gewaltsam an einen nach wirtschaftlichen Interessen
definierten Normbestand anzugleichen. Die gesamte freie Natur wird zu
einem Freiland-Industriekomplex umgebaut.
Psychologisch-pathologische
Komponente
- Felder und Wälder
sind zum Teil in Privatbesitz, zum Teil in Staatsbesitz. Der Staat ist
per Verfassung Sachwalter des Volksvermögens; Wildtiere gehören
somit dem gesamten Volk und nicht einer Minderheit von Jägern,
die sich zum alleinigen Nutzer der Tiere aufgeschwungen hat.
"Naturschutz" durch Jagd findet nicht statt, Trophäenkult und
Schießvergnügen sind vorrangig. Die Jagd ist ein weitgehend
lustbetonter und breit gestreuter Arten-Terrorismus.
- Jagd ist die
letzte legale Möglichkeit, in Friedenszeiten mit der Waffe ungestraft
zu töten. Sie ist die letzte Möglichkeit, dem Tötungstrieb
hemmungslos nachzugehen. Waffenbesitz birgt – wie Beispiele
drastisch belegen – immer die Gefahr des Missbrauchs.
- Anzutreffen sind
in diesem Umfeld vorwiegend mental entsprechend gelagerte Individuen,
denen Mitgefühlsfähigkeit hochgradig fehlt. Ein Blick in Jägerzeitungen
bestätigt dies und offenbart regelmäßig ein beängstigendes Tötungsvergnügen.
- Der Neurologe und
mehrfach ausgezeichnete Psychoanalytiker und Schriftsteller Paul Parin
erklärte in seinem viel beachteten Buch "Die Leidenschaft
des Jägers" (Europäische Verlagsanstalt, 2003): "Die
wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben.
Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff,
der sich selber aufhebt ... Und weil es sich bei der Jagd um
Leidenschaft, Gier, Wollust handelt – um ein Fieber eben –, geht es
... um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord
und Lustmord."
Juristisch-strukturelle
Komponente
- Jagd ist
in Strukturen eingebunden, die demokratische Regeln konterkarieren. Jäger
sind oftmals Leiter der Jagdbehörden, entscheiden in eigener Sache über
Auslegung, Anwendung und Sanktionen jagdlicher Vorgänge. Diese
jagdfreundlichen Strukturen decken personell den gesamten
gesellschaftlichen Bereich – vom Handwerker bis zum Minister – ab,
ein Netzwerk, das den Beteiligten Vorteile und Abhängigkeiten
garantiert.
- Aufgrund dessen herrscht
in den Wäldern weitgehend Rechtsfreiheit, Kontrollen der Jagd
von behördlicher Seite finden so gut wie nicht statt. Jagdschutz ist
zurückdelegiert an die Jäger, so dass sich innerhalb des Staates ein
autonomes, selbstverwaltendes Interessensystem etabliert hat.
- Die intensive Jagd
– insbesondere auf Schwarz- und Rehwild – wird mit Schäden der
Landwirtschaft und überhöhter Population begründet. Es gilt ausdrücklich
festzustellen, dass
- keine summarische
Schadenserfassung bei den Behörden stattfindet,
- die Wildbestände
völlig unbekannt sind und nur aus den Abschusszahlen hochgerechnet
werden,
- selbst die
Abschusszahlen nicht systematisch erfasst werden.
- Behördlich-jagdliche
Entscheidungen fallen nicht anhand fundierter Ermittlungen und
Zahlenwerke, sondern unterliegen dem populistischen Kalkül der
anordnenden Behörde. Alternativen zur Bejagung werden nahezu
nicht in Erwägung gezogen.
- Auf Betreiben der
Agrar- und Jagdlobby werden verstärkt revierübergreifende Treib- und
Drückjagden durchgeführt, wobei jegliche Treibjagd tierquälerische
Komponenten enthält allein aus der Tatsache, dass ungenau
getroffen und nahezu wahllos geschossen wird. Für revierübergreifende
Maßnahmen existiert als Gesetzesgrundlage im Jagdrecht lediglich der §10a
BJagdG. Diese Vorschrift sieht vor, dass zum Zwecke der Hege des Wildes
revierübergreifende Hegegemeinschaften gebildet werden können. §1
Abs. 1 BJagdG unterscheidet dabei eindeutig zwischen "Hege"
und "Jagdausübung". Unter "Hege" versteht das
Gesetz den Schutz und die Pflege wildlebender Tiere, wohingegen sich die
"Jagdausübung" auf das Nachstellen, Fangen und Erlegen von
Wild bezieht. Deutlich wird diese Trennung von "Hege" und
"Jagdausübung", indem die Pflicht zur Hege beim Grundstückseigentümer
verbleibt, auch wenn das Jagdausübungsrecht an die Jagdgenossenschaft
abgetreten wird. Nach alldem gibt es keine gesetzliche Grundlage für
die revierübergreifende Jagdausübung.
- Keinerlei
fundiertes Zahlenmaterial liegt für alle anderen Tierarten
vor. Beispielsweise unterliegt die Fuchs- und Vogeljagd keiner Beschränkung
durch Abschussbegrenzungen, sodass es dem einzelnen Jäger frei steht,
nach Belieben zu jagen. Dieser Freibrief begründet einen nie gekannten Wildtierterrorismus
durch Antianimalisten.
- Die gewachsenen
Sozialstrukturen vieler Wildtiere, vor allem der Wildschweine,
werden durch Jäger zerschossen. Leittiere, welche die Vermehrungsraten
kontrollieren, sind in den Rotten und Verbänden kaum noch vorhanden.
Die Populationsdynamik ist durch den erheblichen und immer mehr
zunehmenden Jagddruck enorm gestiegen.
- Die Füchse, die
in freier Natur monogam und reviertreu sind, werden zum Ortswechsel
gezwungen, um sich neue Partner zu suchen, da die Paare durch die Jäger
auseinander geschossen werden. So werden durch Zerstörung
sozialer Tierstrukturen nicht nur neue Paarbildungen
verursacht, jedes weibliche Tier befruchtet und damit die Geburtenrate
erhöht, sondern auch verstärkt Krankheiten übertragen, welche
angeblich durch die Jagd bekämpft werden sollen.
- Die Vogeljagd,
speziell die Enten- und Gänsejagd, verursacht eine undifferenzierte
Tierselektion ohnegleichen. Der Vogel, der auf seinen länderübergreifenden
Flügen den Nachstellungen in einem Jagdrevier entkommen ist, unterliegt
den gleichen Verfolgungen auf seinen Stationen im nächsten und übernächsten
Revier. Diese Tiere sind dem lustorientierten Tierselekteur schutzlos
ausgeliefert. Desaster in der Sozialstruktur betroffener Tierverbände
und im Artengefüge ganzer Vogelbestände sind damit vorprogrammiert.
Durch die Verwendung von Schrotmunition, die vielfach nicht sofort tödliche
Steckschüsse mit inneren Verletzungen verursacht, erleiden jährlich
Hunderttausende angeschossener Tiere einen langsamen, qualvollen Tod.
- Für das reine Schießvergnügen
gezüchtete und in Mitteleuropa ursprünglich nicht heimische
Tiere wie z.B. Fasanen dokumentieren die pervertierte Auffassung von
Tier- und Naturschutz. Auf der gleichen Ebene sind Winterfütterungen zu
sehen. In forstlich nutzungsorientierten Stangenkulturen besteht ein
ausgeprägter Mangel an Stauden, Buschwerk und Weichhölzern, sodass nur
mit Hilfe der Zufütterung saisonal ungeeigneten Futters größerer
Schaden im Forst verhindert und dabei gleichzeitig ein überhöhter
Wildbestand zur weiterhin lohnenden Bejagung erhalten werden kann.
- Absolut dekadent
und morbide sind Auslandsjagden, in denen aus reiner Tötungsgier
sowohl bestandsbedrohte und oft international streng geschützte Arten
als auch zahme Zuchttiere (z.B. Löwen) von pathologischen Tiertötern
erlegt werden.
Ethisch-politische
Komponente
- Tiere sind
Individuen, die Freude und Leid, Schmerz und Glück erfahren können,
die Rechte besitzen und die als Mitgeschöpfe geachtet werden müssen.
Die Jagd widerspricht einem aufgeklärten, fortschrittlichen Verständnis
von Natur und Tieren aufs Schärfste.
- Die Menschheit hat
sich per Selbsternennung und mit keiner naturwissenschaftlichen Logik in
Einklang zu bringendem Selbstverständnis mit der Berechtigung
ausgestattet, ohne Gewissensprobleme über die Interessen aller
andersartigen Wesen (Arten) zu entscheiden, um diese nach Lust und Laune
zu versklaven, zu töten, zu züchten und zu verändern. Die
Jagd ist dabei nur eine kleine Facette dieses gigantischen anthropogenen
Unfugs- und Unterdrückungssystems.
- Das
heutige Jagdgesetz ist aus der nationalsozialistischen Gesetzgebung
hervorgegangen und in seinen Grundzügen bis heute gültig.
Unverkennbar tauchen faschistoide Komponenten wie Männlichkeit,
Einheit, Stärke, Riten, Symbole und die "regenerative" Kraft
von Gewalt – umdefiniert als Gewalt gegen Tiere – auf. Gerade der
exzessive Bezug zur Tradition stützt diese These.
- Oft unterstützt
faschistoides Gedankengut "rassisches" Überlegenheitsgefühl
und ethnische Verfolgung. Der humane Bezug hat sich bei der Jagd auf
einen animalistischen Bezug transformiert und sich in einen, dem
menschlichen Rassismus vergleichbaren, Antianimalismus gewandelt.
Durch biologischen Ranghöhenwahn des Menschen, speziell des jagenden
Menschen, gegenüber der Tierwelt ist ein faschistoider
Artenselektionismus entstanden, der in einen gnadenlosen
Terrorismus gegen Wildtiere ausgeufert ist. Gegenüber einigen Tierarten
(z.B. Fuchs) und definierten Feindgruppen (sog. "Raubzeug" und
"Raubwild") ist ein genozidales Handeln zu erkennen.
Herzliche Grüße
für pro-iure-animalis
Dr. Gunter Bleibohm und
Harald Hoos
Auszug
aus dem Pro Iure Animalis Newsletter vom 18. Januar 2012
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Liebe Freunde
der Tiere,
der IGNORO des
Jahres 2011 geht an Lucia Puttrich, Umweltministerin des Landes Hessen.
Mit dem IGNORO haben wir eine Auszeich- nung geschaffen,
die vom Empfänger wenig begehrt und schamhaft verschwiegen wird, von der
Tierschutzseite jedoch große Beachtung findet. Zeichnet der Ignoro doch
eine Person aus, die sich beispiellos wider den Tierschutzgedanken
eingesetzt und durch ihr Handeln das Tierelend massiv vergrößert hat.
Nach dem Bischof
von Speyer, Herrn Wiesemann und der inzwischen abgelösten Umweltministerin
Conrad des Landes Rheinland-Pfalz konnte sich Frau Puttrich diese
Trophäe als aktuelle Preisträgerin sichern, weil sie in mehr als devoter
Art und Weise das hessische Jagdgesetz den Wünschen der Jagdlobby
angepasst und rücksichtslos den Tierschutz in ihrem Bundesland
verschlechtert hat.
Wir haben dieser Dame dazu eine "Laudatio"
verfasst und ihr die entsprechende Urkunde per Post zugestellt. Den
gesamten Vorgang der "Ehrung" können Sie hier inclusive der
Laudatio nachlesen:
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=986&Itemid=101
Wenn auch in Tierschutzbelangen unsere großen und kleinen Politiker
regelmäßig durch Abstinenz und Desinteresse glänzen - und somit ihr
wahres Gesicht zeigen - werden wir nicht nachlassen, die ungeheuren
Verbrechen der heutigen Zeit gegen die Tierwelt anzuprangern.
Aus diesem Grund dürfen wir nochmal die Mahnwache in Worms, am
Samstag den 21. Januar, ab 15 Uhr, erwähnen, die zur Erinnerung
an die grausamen Hundemassaker anlässlich der Fussball-EM in der Ukraine
leider notwendig wurde.
Details zur Veranstaltung finden Sie in nachstehendem Link; bitte
erscheinen Sie möglichst zahlreich und unterstützen unser Anliegen!
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=984&Itemid=110
Wie in den vergangenen Jahren haben wir gleich zu Beginn von 2012 wieder
gemeinsam mit unserem Partnerverein RespekTiere aus Österreich
(www.Respektiere.at) einen
Transport organisiert und finanziert, der es ermöglicht hat, 6
Straßenhunden aus Bulgarien eine neue Zukunft zu eröffnen.
Fotos der wunderbaren Tiere inkl. Adressen für Interessenten und den
Bericht der Aktion finden Sie hier:
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=983&Itemid=110
Für heute senden wir
herzliche Grüße aus der Pfalz
für pro iure animalis
Dr. Gunter Bleibohm
und Harald Hoos
* * *
vom 6. Januar 2012 Jagdberichte und psychologischer Hintergrund
Liebe Freunde der Tiere,
man muss sich zu Beginn des neuen Jahres die grenzenlose Absurdität, den lebensverachtenden Hohn, der Aussage nochmal verdeutlichen, dass Jagd angewandter Naturschutz sei.
Jäger bezeichnen sich selbst als die Naturbewahrer, als die Heger und Pfleger unserer Wildtiere schlechthin, politische Gegebenheiten und medienwirksame Lobbyarbeit stützen und verbreiten dieses Bild in der Bevölkerung.
Wir müssen uns demgegenüber aber immer bewusst sein, dass diese Naturschützer täglich ca. 25.000 Tiere erschießen, über das Jahr gerechnet – je nach zugrunde gelegter Statistik – 6 bis 9 Millionen Lebewesen, also Töten als Schützen vorsätzlich fehlinterpretieren.
Weiterlesen: http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=977&Itemid=92